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FUTUREMEM im Betrieb

FUTUREMEM26 im Lehrbetrieb umsetzen: Software, Lernpfade und Nachweise

FUTUREMEM beschreibt, welche Handlungskompetenzen Lernende aufbauen sollen. Dieser Leitfaden zeigt, wie daraus ein steuerbarer betrieblicher Ausbildungsprozess entsteht – am Beispiel Automatiker/in EFZ.

Leitende BerufsbildungBerufsbildner/innenAusbildungsverantwortliche MEM

Offizieller Rahmen · Praxisbeispiel

Automatiker/in EFZ: der Rahmen im Überblick

Das offizielle Qualifikationsprofil gliedert die Ausbildung in vier Handlungskompetenzbereiche. Die Übersicht fasst die Struktur zusammen; verbindlich bleibt die offizielle FUTUREMEM-Quelle.

Automatisierte Anlagen entwickeln

Pflicht: a1–a3Wahlpflicht: a4–a6

Automatisierte Anlagen erstellen und in Betrieb nehmen

Pflicht: b1–b5Wahlpflicht: b6–b7

Automatisierte Anlagen instand halten

Pflicht: c1–c3Wahlpflicht: c4–c6

Betriebliche Verantwortung übernehmen

Pflicht: d1–d3Wahlpflicht: d4–d7

Verbindlicher Kern und Wahlpflicht: Der Kern aus a1–a3, b1–b5, c1–c3 und d1–d3 ist für alle Lernenden verbindlich. Ergänzend wird eine technische Wahlpflichtkompetenz aus a4–a6, b6–b7 oder c4–c6 sowie eine weitere Kompetenz aus d4–d7 aufgebaut.

Vom Rahmen in die Praxis

So entsteht ein durchgängiger Ausbildungsprozess.

FUTUREMEM-RahmenUmsetzung im AusbildungsbetriebAbbildung in MEMConnect
Kompetenzbereiche und AnforderungenNach Beruf und Ausbildungsphase strukturierenLernpfade und Module
Pflicht- und WahlpflichtkompetenzenJe lernender Person passend zuordnenIndividuelle Lernpfade und Rotation
Handlungskompetenzen aufbauenAufträge, Theorie und Lernziele bereitstellenModulaufträge und Unterlagen
Entwicklung beurteilenKriterien, Rückmeldungen und Abschluss festhaltenKompetenznachweise
Entwicklung besprechenNachweise bündeln und fachlich beurteilenBildungsbericht und Lehrverlauf

Was unterscheidet FUTUREMEM, techLEARN und MEMConnect?

FUTUREMEM bezeichnet die Berufsrevision der acht technischen MEM-Berufe. Die offiziellen Qualifikationsprofile und Bildungsgrundlagen geben den fachlichen Rahmen vor. techLEARN ist die im Reformkontext bereitgestellte digitale Lernumgebung. MEMConnect ist eine unabhängige Software für die betriebliche Ausbildungsorganisation.

Für Ihren Betrieb geht es deshalb um eine Aufgabenverteilung: verbindliche Lernortanforderungen erfüllen und die eigenen Module, Einsätze, Betreuung und Beurteilung durchgängig organisieren. Die Entscheidung für MEMConnect hebt keine Vorgaben auf und bedeutet keine zugesicherte Anbindung an techLEARN.

EbeneAusgangspunkt für Ihren Betrieb
Offizielle GrundlageGeltendes Berufsprofil und Lehrbeginn prüfen; die Originalquelle bleibt massgeblich.
Lernortübergreifende WerkzeugeMit Schule, üK und zuständiger Organisation klären, wo welche Informationen geführt werden.
Betriebliche OrganisationAuftrag, Ausbildungsmodul, Einsatz, Betreuung und Nachweis einer konkreten Person zuordnen.

Welche Software unterstützt die Umsetzung von FUTUREMEM26?

FUTUREMEM ist die Berufsrevision; MEMConnect ist eine eigenständige Software für die betriebliche Ausbildungsorganisation. Die verbindlichen Ausbildungsgrundlagen beziehen Sie aus den offiziellen Quellen. In MEMConnect können Sie daraus die betrieblichen Lernpfade, Module, Aufgaben, Bewertungen und Planungsabläufe strukturieren.

Wenn Sie nach FUTUREMEM26-Software suchen, prüfen Sie einen vollständigen Ablauf: vom Ausbildungsziel über eine geeignete Arbeit bis zum Nachweis und dessen Verwendung im Bildungsbericht. Die Software soll diesen Zusammenhang für Lernende und Ausbildungspersonen sichtbar machen.

techLEARN ist die lernortübergreifende Plattform der MEM-Berufsbildung. Welche Informationen dort geführt werden müssen und welche betriebliche Aufgabe MEMConnect übernimmt, sollte vor der Einführung mit den beteiligten Lernorten geklärt werden. Eine automatische Verbindung oder vollständige Ablösung wird nicht vorausgesetzt.

  • Ein offizielles Ausbildungsziel ist dem passenden betrieblichen Lernbaustein zugeordnet.
  • Auftrag, Unterlagen, Kriterien und zuständige Person sind für die richtige Rolle sichtbar.
  • Die Bewertung lässt sich bis zum zugehörigen Nachweis zurückverfolgen.
  • Betriebliche Einsätze und Tagesabweichungen passen zum individuellen Lernweg.
  • Die Aufgabenverteilung zwischen MEMConnect und weiteren Plattformen ist vereinbart.

Vom Qualifikationsprofil zum betrieblichen Ausbildungsplan

Das Profil definiert das Ziel, aber noch nicht den konkreten Weg im Betrieb. Dafür müssen Kompetenzen, reale Arbeiten, Lernorte und Zuständigkeiten aufeinander abgestimmt werden.

  1. 1

    Rahmen prüfen

    Berufsspezifisches Qualifikationsprofil und betriebliche Ausbildungsziele gemeinsam sichten.

  2. 2

    Praxis zuordnen

    Festlegen, in welcher Abteilung und an welchen Aufträgen eine Kompetenz aufgebaut werden kann.

  3. 3

    Nachweis definieren

    Beobachtbare Kriterien, benötigte Unterlagen und Abschlussbedingungen festhalten.

  4. 4

    Zeitlich planen

    Module und Einsätze so ordnen, dass Grundlagen vor komplexeren Arbeiten aufgebaut werden.

Welche Informationen digital zusammengehören

Eine digitale Abbildung ist nur dann hilfreich, wenn sie den Ausbildungsprozess verständlich macht und Doppelpflege vermeidet.

BausteinLeitfrageErgebnis
KompetenzWas soll die lernende Person beherrschen?Eindeutiges Lernziel
PraxisauftragWoran wird die Kompetenz aufgebaut?Konkrete Arbeitssituation
RessourcenWas wird für die Bearbeitung benötigt?Unterlagen, Theorie, Dateien
BeurteilungWoran ist gute Leistung erkennbar?Beobachtbare Kriterien
VerantwortungWer begleitet und beurteilt?Klare Zuständigkeit

Rollen und Verantwortlichkeiten klären

Nicht jede Person benötigt dieselbe Sicht oder dieselben Rechte. Legen Sie vor der technischen Einrichtung fest, wer Inhalte pflegt, Einsätze plant, Nachweise beurteilt und Bildungsberichte verantwortet.

  • Pro Beruf ist eine fachlich verantwortliche Person benannt.
  • Praxisausbildner sehen nur die Informationen, die sie für ihren Einsatz benötigen.
  • Freigaben und Stellvertretungen sind geregelt.
  • Lernende wissen, wo sie Aufgaben, Termine und Rückmeldungen finden.

FUTUREMEM schrittweise digital einführen

Starten Sie mit einem Beruf, einem Jahrgang oder einem überschaubaren Ausbildungsbereich. Prüfen Sie den Ablauf mit echten Aufgaben und Rückmeldungen, bevor weitere Inhalte übernommen werden.

  • Pilotumfang und Erfolgskriterien festlegen
  • Bestehende Unterlagen bereinigen und eindeutig benennen
  • Ein kleines Kernteam schulen
  • Nach vier bis acht Wochen Rückmeldungen auswerten
  • Erst danach weitere Berufe oder Standorte ausrollen

Drei typische Fehler vermeiden

Erstens: Kompetenzen nur als Abhakliste importieren. Zweitens: jede bestehende Datei ungeprüft übernehmen. Drittens: Verantwortlichkeiten erst nach dem Start klären. Alle drei Fehler erzeugen digitale Unordnung statt Transparenz.

  • Nur aktuelle und fachlich relevante Inhalte übernehmen
  • Kriterien so formulieren, dass sie im Arbeitsalltag beobachtbar sind
  • Pflegeaufwand und Zuständigkeit je Inhalt festlegen

Praxis-Transfer

So wird aus dem Leitfaden ein Arbeitsergebnis

01

Konkreter Start

Wählen Sie eine verbindliche Handlungskompetenz und ordnen Sie ihr eine reale betriebliche Arbeitssituation zu.

02

Erwartetes Ergebnis

Ein erster vollständiger Lernbaustein mit Ziel, Praxisauftrag, Verantwortung und Nachweis.

03

Qualitätskontrolle

Eine zweite Ausbildungsperson kann ohne Zusatzwissen erklären, wo und wie die Kompetenz aufgebaut wird.

FAQ

Häufige Fragen zu FUTUREMEM im Betrieb

Was ist FUTUREMEM?

FUTUREMEM ist die Berufsbildungsinitiative der Schweizer Tech-Industrie. Die berufsspezifischen Qualifikationsprofile beschreiben die Handlungskompetenzen, die in der Ausbildung aufgebaut werden.

Muss ein Lehrbetrieb alle Wahlpflichtkompetenzen abdecken?

Beim Beispiel Automatiker/in EFZ besteht ein verbindlicher Kern. Ergänzend werden definierte Wahlpflichtkompetenzen ausgewählt. Massgeblich ist immer das aktuelle offizielle Qualifikationsprofil des jeweiligen Berufs.

Wie beginnt ein Betrieb mit der digitalen Umsetzung?

Am sinnvollsten ist ein klar abgegrenzter Pilot: ein Beruf oder Jahrgang, wenige repräsentative Module, geklärte Rollen und konkrete Erfolgskriterien.

Quellen und Vertiefung

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